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AKUELLES

1. Geislinger DokuFilmTage

Liebes Publikum,
mit den 1. Geislinger DokuFilmTagen will der Förderverein der Stadtbücherei, das Geislinger Literaturnetzwerk, das Genre Dokumentarfilm dem Zuschauer näherbringen. Der Dokumentarfilm ist als Medium wie geschaffen für die moderne Bücherei, ein Ort der Bildung und des Wissens und ein Hort der Kultur und Literatur. Der Dokumentarfilm – oft als unglamouröses Stiefkind des Spielfilms behandelt – verdient eine eigene Plattform und ein breites Publikum gerade in Zeiten der neuen Medien.

Da heute die Wissensvermittlung immer rasanter und deshalb zwangsläufig oberflächlicher wird, soll hier ein Gegenmittel angeboten werden. Die Entschleunigung, die sich hier offenbart, entspricht der Sorgfalt und Hingabe, mit denen diese vier ausgewählten Dokumentarfilme gemacht wurden.

Mit seiner im Hip-Hop-Milieu angesiedelten und hochaktuellen Story von drei libanesischen Geschwistern, die von der Abschiebung bedroht sind, spricht „Neukölln Unlimited“ auch das jüngere Publikum an.

Der Film „Im Rhythmus der Stille“ erzählt die außergewöhnliche Biografie einer jungen gehörlosen Tänzerin.

„Der Apfelmann“ zeigt den Lebensweg eines 86-jährigen Obstbauern auf, der sich mit den Schatten seiner Kindheit und Jugend im Dritten Reich sowie mit dem Altwerden auseinandersetzt. Dabei hat er die Lebenslust, seinen Humor nie verloren.

Die Begegnung einer Literaturstudentin mit Leben und Werk von Theodor Storm im Porträtfilm „Theodor Storm – So komme, was da kommen mag!“ macht des Dichters zeitlose Suche nach Liebe, Wahrhaftigkeit und Lebenssinn in einer modernen Bildsprache einem jüngeren Publikum zugänglich.

Durch die Wahl unterschiedlicher Veranstaltungsorte wollen wir auf die Vielfalt und Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft hinweisen. Nach jedem Film gibt es die Gelegenheit, mit den Filmemachern die angesprochenen Themen zu erörtern und zu hinterfragen.

Außerdem wird als Schlussveranstaltung in den Herbstferien 2012 eine 5-tägige DokuFilmWerkstatt mit Sabine Willmann Jugendlichen die Möglichkeit geben, selbst einen Dokumentarfilm zu machen.

Die ersten Geislinger DokuFilmTage sollen anregen: zum Hinschauen, zum Diskutieren, zum Nachdenken. Nicht zuletzt zeugen alle Filme von einer inspirierenden Vielfalt, die die inspirierende Vielfalt unserer Geislinger Bürger widerspiegelt.

Wir hoffen, dass Sie sich zum Besuch des einen oder anderen Dokumentarfilms hin- und mitreißen lassen!

– Gabriele Glang


Filmplakate:

Filme

Neukölln Unlimited


21. März 2012
Veranstaltungsort: Gloria Kino, Steingrubestr. 7
Gast: Dietmar Rasch
Veranstaltungsbeginn: 19.30 Uhr
Preis: 3,00 Euro

Eröffnung der 1. Geislinger Dokumentarfilmtage mit Oberbürgermeister Wolfgang Amann und Gabriele Glang (Vorsitzende des Geislinger Literaturnetzwerkes e.V.) mit dem Film: NEUKÖLLN UNLIMITED


Inhalt:
Die Geschwister Hassan (18), Lial (19) und Maradona (14) sind talentierte Musiker und Tänzer, die seit frühester Kindheit im Berliner Bezirk Neukölln leben. Mit HipHop und Breakdance sind sie aufgewachsen, das ist ihre Sprache, ihre Leidenschaft. Ihre Familie stammt aus dem Libanon und ist seit 16 Jahren permanent von der Abschiebung bedroht. Lial und Hassan entwickeln den Plan, mit ihrer Kunst den Lebensunterhalt der Familie zu sichern, damit diese legal im Land bleiben darf. Zwischen Lial und Hassan entwickelt sich aber ein Konkurrenzkampf um die Ernährer-Rolle innerhalb der Familie. Maradona hingegen schlägt einen anderen Weg ein: Wiederholt wird er von der Schule suspendiert. Hin- und hergerissen zwischen dem ambitionierten Lebensstil seiner älteren Geschwister und dem Straßenleben mit seinen Kumpels, steht er am Scheideweg zwischen Motivation und Resignation. Das Blatt wendet sich erst, als Maradona überraschend die Qualifikation zu einer TV Casting Show gelingt: Sollte er die Siegerprämie von 100.000 Euro gewinnen, könnte er es sein, der die Zukunft der Familie sichert.

NEUKÖLLN UNLIMITED erzählt authentisch und ungeschönt das Leben der Neuköllner Geschwister Hassan, Lial und Maradona, die um das Bleiberecht ihrer aus dem Libanon stammenden Familie in Deutschland kämpfen. Die Kamera ist immer dabei – in der Schule, am Ausbildungsplatz, in der Wohnung und eben auch da, wo sie am glücklichsten sind: bei Tanz und Gesangsauftritten, den Battles und Contests. Mit viel Tempo, guten Beats und Animationselementen bleibt NEUKÖLLN UNLIMITED abseits der gängigen Klischees über Migranten und Problembezirke. Der Film gewann den Gläsernen Bären für den besten Film in der Sektion Generation 14plus der Berlinale 2010.

Kooperationspartner: Gloria Kino, Integrationsbeauftragter der Stadt Geislingen

Weitere Infos unter www.neukoelln-unlimited.de

Eine INDI FILM Produktion in Koproduktion mit noirfilm und RBB/ARTE
Länge / Format: 96 min / 35mm
Deutschland, 2010
Regie: Agostino Imondi, Dietmar Ratsch
Buch: Agostino Imondi
Kamera: Dietmar Ratsch
Musik: Eike Hosenfeld, Moritz Denis, Tim Stanzel
Animation: Benjamin Kniebe, Julia Dufek
Koproduzenten: Nico Hain, Boris Michalski, Didi Danquart
Producer: Sonia Otto
Produzenten: Arek Gielnik, Dietmar Ratsch

Im Rhythmus der Stille


22. März 2012
Veranstaltungsort: Kulturzentrum Rätschenmühle, Schlachthausstraße 22
Gast: Produzent Gerhard Stahl
Veranstaltungsbeginn: 19.30 Uhr
Preis: 3,00 Euro
Inhalt:

Juni 2001: Endlich ist die Schulzeit vorbei, das Abitur geschafft. Jetzt kann Sarah sich ganz auf ihre künstlerische Karriere konzentrieren. Musik und Tanz waren schon immer ihre Leidenschaft. Seit ihrem sechsten Lebensjahr tanzt sie Ballett, spielt Klavier und Flöte. Das Besondere: Seit ihrer Geburt ist Sarah taub.
Sarah Neef aus Sindelfingen ist zur Zeit der Entstehung dieses Filmes 19 Jahre alt und hat ihr Abitur an einer Schule für Hörende gemacht. Sie spricht Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Lateinisch, obwohl sie noch nie eine dieser Sprachen gehört hat. Sprache erkennt sie nur durch das Lesen der Lippen. In mühevoller Arbeit hat sie das Sprechen erlernt. Ohne jegliche staatliche Unterstützung ist sie zusammen mit ihren Eltern diesen schweren Weg der Integration gegangen. Auch heute noch arbeitet sie ständig an einer akzentfreien Aussprache. Die Gebärdensprache hat sie nie gelernt, denn sie will nicht auf einer Insel der Stille leben. In erster Linie aber wird ihr Leben von Musik und Tanz bestimmt. Bereits im Alter von vier Jahren bescheinigt eine Bewegungstherapeutin Sarah “unglaubliches Talent”. Mit sechs nahm sie Ballettunterricht, mit acht folgte der erste Auftritt als Solotänzerin. Als Tänzerin und Pantomime ist sie schon an vielen Orten aufgetreten.
Dieser Film begleitet Sarah ein halbes Jahr lang ab dem Zeitpunkt der letzten Abiturprüfung im Alltag und bei den Proben für einen großen Solotanzabend mit zwei Musikern bis hin zum großen Auftritt. Wir erleben eine junge Frau, die mit eisernem Willen ihren Traum von Selbstverwirklichung in die Tat umsetzt.

Eine Film + TV-Pool Medienproduktion
Länge / Format: 59 min/MiniDV, Super 16
Deutschland, 2002
Regie/Buch: Joachim Bihrer, Claus Hanischdörfer
Schnitt: Sabine Hackenberg
Koproduzenten: SWR, Hochschule für Druck und Medien
Produzent: Gerhard Stahl
Kooperationspartner: Rätsche im Schlachthof

Weitere Infos unter: http://www.doku-kamera.de/rhythmus.html

Der Apfelmann


23. März 2012
Veranstaltungsort: Schubartsaal im Mehrgenerationenhaus (Samariterstift)Gast: Produzentin und Regisseurin Sabine WillmannVeranstaltungsbeginn: 19:30 Uhr
Preis: 3,00 Euro
Inhalt: Obstbauer Hermann, 86, im Krieg Seekadett in Holland, lebt seit seiner Geburt in Marbach am Neckar. Jede Woche steht er hinter seinem Marktstand. Für die Lokalzeitung schreibt er über die Heimat. Die Natur ist sein treuester Freund, Hermann die Verbindung zwischen manchmal trüge-rischer ländlicher Idylle und Stadt. Der Film lebt von Hermanns Blick auf die Dinge – vor allem von seinem unverwüstlichen Humor. Hier wird eine dichte, eindrucksvolle Dokumentation über den Alltag im Alter, über die Natur, über erlebte deutsche Geschichte und den Umgang mit eigenen Erinnerungen gezeigt. „Der Apfelmann“ zeigt außerdem einen Menschen, der engagiert an der Gemeinschaft teilnimmt und das Leben liebt, obwohl es ihn nicht verwöhnt hat.

Als Hermann altersbedingt den Stand nach 40 Jahren aufgeben muss, setzt er sich mehr und mehr mit seiner Vergangenheit auseinander, scheint in Zeit und Erinnerung verfangen. Er spricht von verpassten Chancen auf eine Frau, erzählt vom Konflikt mit dem Vater und von der Mühe, seinen Weg zu finden. Über vier Jahre hinweg hat die Filmemacherin Willmann einem Leben bis in die Kindheit im Dritten Reich nachgespürt, deren Schatten für den Protagonisten immer schärfer werden. Sie folgt den Veränderungen eines geistreichen Mannes, der mit unterdrückten Erinnerungen und dem Loslassen kämpft.

Dabei geht es auch ums Altwerdendürfen in den eigenen Wänden inmitten einer Gesellschaft, die unbequeme Menschen gerne aus dem Fokus rückt. Wir erleben einen körperlich immer unbeweglicheren Mann in einer für ihn immer bedrohlicheren Umwelt.

Kooperationspartner:
Mehrgenerationenhaus,
Stadtseniorenrat
Eine do-q media Film- und MusikproduktionLänge: 91 Minuten
Deutschland, 2010
Buch, Regie, Schnitt: Sabine Willmann
Kamera: Sabine Willmann, Stephan Haase
Schnittberatung: Raimund Barthelmes
Ton: Oliver Heise, Julian Peuker
Musik: Oliver Heise

Fotos: Stephan Haase

Theodor Storm – So komme, was da kommen mag!


24. März 2012
Veranstaltungsort: Stadtbücherei Geislingen
Gast: Produzentin und Regisseurin Martina FluckVeranstaltungsbeginn: 19:30 Uhr
Preis: 3,00 Eur24. März 2012
Inhalt: Dieses filmische Porträt positioniert den wichtigsten schleswig-holsteiner Dichter Theodor Storm als liberalen, fortschrittlichen Geist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dessen Werke bis heute faszinieren. Theodor Storms zeitlose Suche nach Liebe, Wahrhaftigkeit und Lebenssinn wird in einer modernen Bildsprache dargestellt und so einem jüngeren Publikum zugänglich gemacht.

Hauptfigur des Films ist die junge Studentin Vivien, die über Theodor Storm forscht. Wir folgen ihrer Suche und lernen so durch die Augen eines jungen, großstädtischen Menschen Leben und Werk des innovativen Geistes Storms kennen. Storms Rolle als Literat im Zeitkontext und als Impulsgeber für die Zukunft wird herausgestellt.

Seine humanistische Weltsicht sowie sein engagiertes Handeln während der Schleswig-Holsteiner Erhebung (1848-1851) zeigen den demokratischen Denker. Indem der Film zudem Storm als Familienmenschen präsentiert, das Verhältnis zu seinen Ehefrauen und Kindern darstellt, gewinnt der Zuschauer einen differenzierten, neuen Ansatz, sich mit den Novellen und Gedichten auseinanderzusetzen. Manch verdeckte, der Zensur geschuldete Doppeldeutigkeit tritt plötzlich zutage. Storm war mit seinen Überzeugungen zu politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Fragen seiner Zeit weit voraus.

Gerade jungen Menschen, die vielleicht Storms Werk bisher als altmodisch abgetan haben, eröffnet sich durch die Identifikation mit dem kritischen Denker ein neuer Zugang. Storms spannende Persönlichkeit und der genau recherchierte und mit viel Herzblut inszenierte Film machen Lust, das Werk des großen Literaten neu zu entdecken.

Kooperationspartner:
Stadtbücherei GeislingenEine YUCCA Filmproduktion Heide/Holstein Produktion
Länge: 90 Minuten
Deutschland 2011
Regie/Buch: Martina Fluck
Kamera: Jürgen Hoffmann
Ton: Nico Tamm
Schnitt: Stefan Schulze
Musik: Felix Raffel
Sprecher: Uwe Rohde, Thomas Wüpper
Mit: Vivien Buchhorn, Prof. Dr. Gerd Eversberg,
Elke Jacobsen, Hartmut Schalke, Christiane Niemöller, Arbeitskreis Theodor Storm in Hanerau-Hademarschen, Christoph Jensen, Jens Weigelt, Theodor Storms Chor
von 1848, Stefanie Poppe, Familie Stender

DokuFilmWerkstatt für Jugendliche

FILMEN mit der Dokumentarfilmerin Sabine Willmann

für Jugendliche im Alter von 12-18 Jahren (10 TeilnehmerInnen)
Anmeldungen bei der Stadtbücherei bis spätestens 1. Oktober 2012



Gemeinsam suchen wir ein Thema, das wir gerne filmisch aufbereiten wollen. Das kann etwas aus der Umgebung von Geislingen sein, aber auch etwas ganz unabhängig davon. Nach Klärung der Gattungen Dokumentation, Reportage, Feature entscheiden wir uns für die Art der Umsetzung.

Tag 1: Technikeinführung (Kamera, Ton); gestalterische Mittel beim Film (Einstellungsgrößen von der Totalen bis zur Großaufnahme, bewegte oder feste Kamera) u. a., erste Überlegungen zum Thema

Tag 2: Themenfindung, Recherchieren, Interviewtechnik, Drehplanung. Aufgabe für zu Hause: Bücher zum Thema mitbringen, selbst weiterrecherchieren

Tag 3: Dreharbeiten und Besprechung, was am Folgetag noch zu drehen ist

Tag 4: Dreharbeiten und erste Schnittübungen, Schreiben eines Sprechertextes

Tag 5: Schnitt und Vertonung, Erstellung einer DVD

Die TeilnehmerInnen bedienen Kamera und Ton selbst und stellen auch die Fragen. Auch der Schnitt des Films soll weitgehend in den Händen der Jugendlichen liegen. Ein Ausweis zeichnet die TeilnehmerInnen als Filmteam aus.