Gartensaal

Letzte Aktivitäten

Das Geislinger Gartenlokal der Familie Hafner ist im Freilichtmuseum in Beuren im Zustand der 1950er-Jahre wieder aufgebaut worden.
Das 1893 als Sommerwirtschaft gegründete Gartenlokal mit Biergarten in den Streuobstwiesen oberhalb von Geislingen gelegen, erfreute sich schnell großer Beliebtheit in der WMF-Stadt. Schon 1911 eröffnete die Wirtsfamilie Hafner auf dem gleichen Grundstück das Höhenrestaurant “Wilhelmshöhe”, um dann 1937 das Gartenlokal grundlegend zu vergrößern.

Vorgestellt wird im Foyer und im Büffetraum die 126-jährige wechselvolle Geschichte des Ausflugslokals. Im Saal stehen traditionelle regionale Kulturpflanzen im Zentrum, die interaktive Ausstellung beherbergt als Keimzelle das neue Erlebnis.Genuss.Zentrum sowie eine Schauküche und einen Mitmachbereich.[1]

Wirtshausgeschichten von der Geislinger Wilhelmshöhe

Vom Tanz, Genuß und Eisbomben: Inge Hafner erzählt Wirtshausgeschichten aus dem Gartensaal aus Geislingen. Das Gebäude wurde 2019 ins Freilichtmuseum Beuren versetzt und kann einige interessante und lustige Geschichten erzählen. Inge Hafner, die Tochter des letzten Wirtshausehepaares, kann davon ein Lied singen.[2]

Baugeschichte und Baubefunde

1893 stellt der Geislinger Brauereibesitzer und Gastwirt Johannes Hafner einen Bauantrag zur Erstellung einer Sommerwirtschaft auf seiner Baumwiese an der Überkingerstraße in Geislingen. Die Gastronomie soll den Namen “Gartenwirthschaft zur Neuen Türkei” tragen.
Der Saal hat eine Grundfläche von 14,00 auf 8,00 Meter und besitzt einen Anbau (5,10 × 3,50 Meter) für das Büffet. Von diesem Büffetraum, der zum Saal hin offen ist, führt eine Treppe in den Gewölbekeller, der eine Grundfläche von 5,00 × 4,50 Meter hat. Nutzfläche: Saal 112 qm; Büffet-Raum 17,85 qm; Gewölbekeller 22,50 qm. Zwei “Abort-Häuschen”, getrennt nach Frauen und Herren, sollen im Abstand von ca. 20 Metern von der Gartenwirtschaft errichtet werden.

Im Jahr 1911 eröffnet Familie Hafner das neu erbaute Höhenrestaurant Wilhelmshöhe, in unmittelbarer Nachbarschaft des Gartensaals.
Hermine Hafner, Witwe von Georg Hafner, lässt vom Geislinger Architekt Karl Bantleon im März 1937 einen Plan erstellen. Das als Gartensaal bezeichnete Gebäude soll jetzt eine Grundfläche von 23,00 Meter auf 10,50 Meter erhalten. . Die Toiletten sollen jetzt direkt an den Saal anschließen. Das Bürgermeisteramt genehmigt am 13. Dezember 1937 den Bauantrag. Die Nutzfläche des Saals wird damit von 112m² auf ca. 240 m² mehr als verdoppelt.
Der Gartensaal soll 1952 um einen Raum erweitert werden, der als Garderobe und Vorraum zum Saal genutzt werden soll. Das Architekturbüro Bantleon fertigt für den Bauherrn Willy Hafner den Plan, der am 16. Oktober 1952 vom Bürgermeisteramt Geislingen genehmigt wird. Diese Maßnahme wird realisiert, sodass das Gebäude nun eine überbaute Fläche von ca. 420m² hat.

Das Anwesen Wilhelmshöhe mit Gartensaal, das seit 1893 in Familienbesitz ist, wird von Familie Hafner 2016 verkauft. Die neuen Eigentümer, das Ehepaar Oberländer, renovieren 2017 die Wilhelmshöhe und überlassen den Gartensaal dem Landkreis Esslingen zur Umsetzung ins Freilichtmuseum Beuren. Der Kreistag des Landkreises Esslingen beschließt 2017 die Translozierung des Gartensaals aus Geislingen zur Nutzung als Erlebnis- und Genusszentrum für alte Sorten ins Freilichtmuseum Beuren.
Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Landkreises Esslingen, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie des Fördervereins Freilichtmuseum Beuren e.V.

Februar und März 2018 – Abbau des Gartensaals in Geislingen an der Steige
April bis September 2018 – Restauration des Gartensaal von einer Fachfirma in einer Halle in Oberschwaben
Oktober und November 2018 – Vorarbeiten für den Wiederaufbau des Gartensaals im Freilichtmuseum Beuren
Dezember 2018 bis August 2019 – Wiederaufbau des Gartensaals im Freilichtmuseum Beuren

Hausbewohner und Hausbewohnerinnen

Das 1893 von dem Wirt Johannes Hafner gegründete Gartenlokal mit Biergarten war über viele Jahrzehnte ein wichtiger Teil der Gaststättenszene in Geislingen an der Steige. Auf einer Anhöhe – inmitten von Streuobstwiesen – oberhalb der Stadt gelegen, entwickelte sich die Gastwirtschaft zu einem beliebten Ausflugsziel. Neben den Saal baute die Wirtsfamilie 1911 zusätzlich ein großes Gastwirtschaftsgebäude, in dem die Wirtsfamilie auch lebte. Nach einer Blütephase in den 1920er- und 1930er-Jahren wurde der Saal im Zweiten Weltkrieg zur Getreidelagerung beschlagnahmt. Nach dem Krieg wurden dann heimatlose Menschen aus Estland dort untergebracht. Seit den 1950er-Jahren erblühte die Gastwirtschaft erneut, doch prägten in späteren Jahren Leerstand und Verpachtung das Gebäude.[3]

Zeitschnitt und Zeitgeschehen

Der Gartensaal wird im Zeitschnitt der 1950er-Jahre gezeigt, nach der letzten Erweiterung des Gebäudes 1953 mit dem Foyer. Viele Originalobjekte sind aus dieser Zeit noch erhalten.[4]

INFOS

Erbaut: 1893/1937
Zeitschnitt: 1953
Abbau in Geislingen: 2018
Wiederaufbau im Freilichtmuseum Beuren: 2019

Quellen

  1. ^https://www.freilichtmuseum-beuren.de/museum/rundgang/gartensaal-aus-geislingen-an-der-steige/
  2. ^https://www.freilichtmuseum-beuren.de/museum/rundgang/gartensaal-aus-geislingen-an-der-steige/
  3. ^https://www.freilichtmuseum-beuren.de/museum/rundgang/gartensaal-aus-geislingen-an-der-steige/
  4. ^https://www.freilichtmuseum-beuren.de/museum/rundgang/gartensaal-aus-geislingen-an-der-steige/

Diese Seite wurde bisher 27 mal abgerufen.