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Eigentlich ist die Einbringung des Haushaltes schon ein Höhepunkt im kommunalpolitischen Jahr in Geislingen, gefolgt von den Stellungnahmen der Fraktionen in der letzten Sitzung des Gremiums im Dezember (18. Dezember, Kapellmühlsaal).
Aber heute stand auch die Generalsanierung des Michelberg-Gymnasiums auf dem Programm. An Fachpersonal kaum mehr zu überbieten wurde dem Gemeinderat der aktuelle Stand der Planungen und die Finanzierung vorgestellt.

Mit einer (Um)-Bauzeit von knapp 1,5 Jahren wollen Architekten, Fachingenieure und Stadt Geislingen mit einem Kostenrahmen von 13,1 Millionen Euro das 40-jährige Schulgebäude generalsanieren. Ziel ist nicht nur eine energetische und bauliche Sanierung, sondern auch eine “pädagogische Sanierung” um das MiGy den aktuellen Anforderungen des Schulbetriebs anzupassen. Dies ist durch die baulichen Sanierungsmaßnahmen durchaus gegeben und die Schule ist seit Wochen in engen Gesprächen mit den Architekten und Fachleuten, die das Projekt umsetzen möchten. DAS ist gut so!

Der tolle Effekt der baulichen Sanierung ist die gleichzeitige energetische Sanierung der Schule. Energie-Plus heißt hier das Schlagwort und die Sanierung ist innovativ und zukunftsweisend. Sogar mit einem hohen Zuschuss der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) kann gerechnet werden. Vielleicht gewinnt man auch den Umweltpreis in Höhe von 500.000€, der jährlich von der Stiftung ausgelobt wird…

Was ist genau geplant?

Durch die Sanierung soll mit dem selbst produzierten Wärmeüberschuss z.B. auch noch der Heizwärmebedarf der Schubart-Realschule oder der Michelberg-Halle gedeckt werden. Produziert wird dies mit dem neuen Absorber-Kollektoren-Doppeldach auf der Dachfläche über den naturwissenschaftlichen Räumen.
Am Ende der Sanierung soll nahezu ein Neubauzustand erreicht werden.
Die Sanierung erfolgt während dem laufenden Schulbetrieb. Hier ist eine genaue Planung und Koordination von Nöten.
Flexiblere Raumnutzung für neue Unterrichtsformen – da man aber Wände und Fußböden entfernen muss, große Belichtungen in die Decken macht, scheint das aber eine logische Maßnahme
Die energetische Sanierung klingt vielleicht wie “Zukunftsmusik”, allerdings basieren die Maßnahmen allesamt auf natürliche, physikalische Grundlagen. Manchmal liegt das einfache doch so nah…
Thermoaktive Fassade, Flächenstrahlungsheizung, Absorber-Kollektoren-Doppeldach, opake Photovoltaik-Module, Langzeit-Erd-Speicher für die im Sommer gewonnenne Wäre, damit diese im Winter genutzt werden kann

Räumlich wird sich das MiGy in der Bauzeit mit Containern und anderen Ersatzräumen anfreunden müssen. Für SchülerInnen und LehrerInnen werden es sicherlich anstrengende eineinhalb Jahre, allerdings lohnt es sich diese “Strapazen” auf sich zu nehmen.

Während des Abiturs wird übrigens nicht gebaut – das belegt der Projektplan und wäre für die Schülerinnen und Schüler auch ein bisschen zu heftig, wenn nicht gar unzumutbar!

Der Gemeinderat beschloss die Planung und die Finanzierung heute mit einer Gegenstimme.
Hoffen und Vertrauen wir den Fachleuten – wenn das Projekt wie geplant fertiggestellt wird, haben wir ein weiteres Aushängeschild in Geislingen!!!