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Wenn am 25. Mai die Bürger der Städte und Gemeinden im Land dazu aufgerufen sind, ihr Kommunalparlament zu wählen, wird alles anders sein als in der Vergangenheit: Die Wahlen bekommen ein junges Gesicht, erstmals dürfen bereits Jugendliche ab 16 Jahren zur Wahlurne. Eine Regelung, die in Geislingen begrüßt wird: "Die Gesellschaft wird immer älter, die Themen der Jugendlichen drohen nach hinten zu kippen", sagt Sarah Buchwald, die den Geislinger Jugendgemeinderat betreut. Zusammen mit Stadtjugendpflegerin Heike Eigenbrodt und Dagnija Brühl vom Kreisjugendring bildet sie das hauptamtliche Lenkungsgremium der Geislinger Arbeitsgruppe, die die Erstwähler mobilisieren soll.

"Ich habe festgestellt, dass viele Jugendliche nicht wissen, welche Bedeutung ihre Stimme hat", sagt Buchwald, "wenn ich dann erkläre, dass Kommunalpolitik ihr direktes Umfeld betrifft, dass es die direkteste Form ist, sich einzubringen, ist bei vielen plötzlich Interesse da."

Arbeit an Erstwählerkampagne auf vollen Touren


Und es sind in der Tat viele, die Ende Mai erstmals zur Wahlurne schreiten dürfen, etwa 2000 Neuwähler hat Eigenbrodt gezählt. In der Fünftälerstadt läuft deshalb die Arbeit an der Erstwählerkampagne auf vollen Touren. "Wenn wir alle Erstwähler an den Schulen erreichen wollen, bleibt gar nicht so viel Zeit, obwohl die Wahl erst in knapp 15 Wochen ist", sagt Eigenbrodt, "an den Gymnasien beginnen nun die Abiturprüfungen, die Realschulen folgen dann Ende April mit ihren Prüfungen zur mittleren Reife."

Gerade die direkte Ansprache an den Schulen ist tragender Bestandteil des Konzepts der Arbeitsgruppe, in der der Jugendgemeinderat, Stadt- und Kreisjugendring sowie das Jugendhaus Maikäferhäusle vertreten sind. "Außerdem wollen wir noch die Stadt-SMV mit ins Boot holen, Gespräche laufen - ebenso Gespräche mit den Schulen, um Termine abzumachen", erläutert Eigenbrodt: "Wir wollen alle in ein Boot holen, die die Interessen der Jugendlichen und Jungen vertreten."

Geplant ist, dass sich Mitglieder aus der Arbeitsgruppe an die Schulen zu Infoveranstaltungen aufmachen, "mit Powerpoint-Präsentationen und lockerem Talk, das soll nichts Steifes sein", sagt Eigenbrodt. Bereits Anfang April steht eine Multiplikatorenschulung auf dem Programm, die der Landesjugendring anbietet. Sie soll den Teilnehmern das Rüstzeug mitgeben, um solche Aktionstage selbstständig auf die Beine stellen zu können.

Podium für die Zielgruppe Jungwähler

Recht konkret sind indes schon zwei weitere Veranstaltungen. "In der Rätsche soll es ein Podium für die Zielgruppe Jungwähler geben, wir nennen es Spotlight on Politics. Termin ist voraussichtlich der 15. Mai, ein Donnerstag", sagt Eigenbrodt, "tagsdrauf wird es dann eine große Wahlparty im Maikäferhäusle geben. Beide Veranstaltungen sind frei für alle Erstwähler."

Einen Motivationsschub ganz anderer Art soll die Facebook-Plattform "Geislingen wählt ab 16" bringen. Dort können Jugendliche Videos posten, in denen sie Wähler nominieren. "Wir bringen alle an die Urne!" heißt es dort, mehr als 150 Gefällt-mir-Angaben hat die Seite schon. Wer möchte, kann selbst seine Outtakes hochladen, "schließlich soll das Thema auch was zum Lachen bieten", betont Eigenbrodt. Auf dem Geislinger Stadtwiki gibt es zudem einen gleichnamigen Online-Blog zur Kommunalwahl mit Infos zum Thema sowie Links, darunter zu waehlenab16-bw.de und zu kommunalwahl-bw.de, wo sich nicht nur Jugendliche umfassend in die Materie einlesen können.

Ebenfalls geplant sind Wahlwerbespots, die der Kreisjugendring dreht. Dafür steht das Media-Mobil bereit. Diese Spots werden dann sowohl im Geislinger Blog als auch auf www.waehlenab16-bw.de zu sehen sein, außerdem auf www.soundnezz.de