Imbiss Wanzenböck

Lage

Für den Inhaber Helmut Wanzenböck war die Bahnhofstraße ein idealer Standort für seinen Imbiss, aber äußerst schwierig für den Erwerb des Gebäudes und die Einrichtung eines Imbisses an diesem Standort einen Kredit zu bekommen, denn unmittelbar daneben stand im Garten des Hauses Bahnhofstraße 25 der lokal bekannte „Elvis“ im Imbisswagen der Imbissbetriebe SORG.
Trotzdem eröffnete hier Helmut Wanzenböck seinen “Bluna Imbiss“. Niemand glaubte, dass das gut gehen könnte. Nur einer war davon überzeugt, dass das klappt, und das war er selbst.

Geschichte

Zwei Dinge, die in dieser Branche eher Seltenheitswert hatten, waren Helmut Wanzenböcks Trümpfe:
Erstens war die Sauberkeit sprichwörtlich und immer sein oberstes Gebot. Das ging sogar soweit, dass einer seiner Söhne nicht im Geschäft eingesetzt wurde, weil der zu lange Haare hatte. Und zweitens galt für ihn das heute sehr aktuelle Motto: “Aus der Region – Für die Region“. Dies war für ihn lange vor der Geburt dieses Slogans schon sein Maßstab.
Die Pommes, nur Frischware, kamen aus dem Goißatäle; die Wurst aus Kälbsbrät (eigene Rezeptur) von der alteingesessenen Geislinger Metzgerei Schmid. Nicht nur beim Curry legte er hohe Qualitätsmaßstäbe an, beste Einkaufsware war Pflicht für Ihn.
In den Anfängen gab es das Ketchup zur Currywurst mit dem Cromarganlöffel aus der Glasschüssel, denn die heute immer noch üblichen Ketchuppumpen auf den Eimern waren dem Helmut Wanzenböck ein Graus. Bald schon entwickelte er seine einzigartige “Ketchupmaschine“, die mit zu seiner legendären Currywurst beitrug, da sie das Ketchup frisch und ideal mit dem Curry verwirbelten.
So konnte sich die Firm SORG, trotz Dumpingpreisen, nicht halten und räumte das Feld.

Das Unikat, der nicht ganz einfache Tiroler Helmut Wanzenböck war bald mit seinem Bluna Imbiss weithin nur noch als “Dr Wanzabeck“ bekannt. Im Geschäft hingen unzählige Schilder mit Sprüchen wie:
“Kredit wird nur 80jährigen in Begleitung Ihrer Eltern gewährt!“

Und damit im Notfall dem nötigen Respekt nachgeholfen werden konnte, hatte der Chef unter der Theke die 'berühmt, berüchtigte' Holzkeule deponiert.

Freitag- und Samstagnacht war der “Wanzabeck“ bis in die Morgenstunden oft die letzte Rettung vor dem Verhungern. Deftige Sprüche waren gratis und obligatorisch. Hier gab es weit und breit das einzige Afri Cola und eine Currywurst die legendär wurde, wie so manche Eskapade auch.

Nach seinem Tod übernahm für viele Jahre der langhaarige Sohn die Geschäfte – natürlich nachdem er vorher beim Friseur war. Der Imbiss bestand über 25 Jahre lang und schloß seine Pforten zum Ende des Jahres 1993.

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