Geislingen an der Steige

Geislingen an der Steige ist eine Stadt in Baden-Württemberg, im Südosten der Region Stuttgart etwa 15km südöstlich von Göppingen bzw. 27km nordwestlich von Ulm. Sie ist nach der Kreisstadt Göppingen die zweitgrößte Stadt des Landkreises Göppingen und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden.

Geislingen an der Steige ist seit 1956 mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Bad Überkingen und Kuchen hat Geislingen eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Geographie

Geographische Lage

Datei:Geislingen_DSC02195.jpgLuftbild von Norden mit Blick über das WMF-Gelände, die Geislinger Altstadt und das Rohrachtal mit der Geislinger Steige


Geislingen an der Steige liegt am Rand der Mittleren Schwäbischen Alb, bereits hinter den Albtrauf zurückgesetzt im Tal der Fils. Die Stadt und ihr Vorort Altenstadt liegt in einem Talkessel, der durch das Zusammentreffen verschiedener Täler entstanden ist. Geislingen nennt sich deshalb auch Fünftälerstadt (Täler der oberen und unteren Fils, Eyb, Rohrach und des Längentalbaches). Die im Filsursprung entspringende Fils tritt von Bad Überkingen kommend (Oberes Filstal) im Südwesten in das Stadtgebiet ein, wendet sich dann bei Altenstadt nach Nordwesten und verlässt es wieder in Richtung Kuchen (Unteres Filstal).

Geologie


Geislingen ist durch seine Lage am Albtrauf und damit durch den Weißjura der Alb mit ihren Karsterscheinungen geprägt. Die Stadt liegt an der Schnittstelle bedeutender geologisch-fluvialer Entwicklungen der letzten 25 Millionen Jahre.

Vor rund 24 Millionen Jahren (Oberes Miozän) entwässerte eine sogenannte Ur-Lone etwa entlang der heutigen Täler des Neckars, der Fils, der Rohrach und der Lone entgegen den heutigen Richtungen nach Süden bis zu einem Meer, das bis nach Westerstetten (elf Kilometer südlich nach der Geislinger Steige) reichte (vgl. Klifflinie). Eine Ur-Fils (Hasental-Wiesensteig-Geislingen) mündete bei Geislingen in dieses Flusssystem. Erosionsabbau des Albtraufs nach Süden und verstärkte Krustenaufwölbungen vor ca. elf Millionen Jahren (Oberes Miozän) trennte weit nördlich von Geislingen die Ur-Lone in einen südlichen Teil (Ur-Eyb, Ur-Fils, Ur-Lone) und eine Rheinische Ur-Fils. Die Rheinische Ur-Fils drang durch ständige rückschreitende Erosion bis nach Geislingen vor, wo es im „erdgeschichtlichen Gestern“ (Riss-Eiszeit) schließlich zur Flussanzapfung der Ur-Eyb und der Ur-Fils kam. Eyb und Fils entwässern seitdem nach Norden zum Neckar. In der Folge fiel das Tal der Ur-Lone südlich von Geislingen trocken. Der Abschnitt Steighof – Urspring ist mit bis zu 400 Meter auch heute noch ein verhältnismäßig breites Trockental. Geislingen liegt mit seiner Höhe von 400 bis 465 Metern rund 170 Meter unterhalb des Niveaus des Lonetals. Fortschreitende Verkarstung hat auch den obersten Talabschnitt der Ur-Fils (das Hasental oberhalb der Fils-Quelle) trockenfallen lassen.

Der heute ca. acht Kilometer lange, südlich von Geislingen bei Steighof entspringende Bach Rohrach gräbt durch rückschreitende Erosion den Teil der Ur-Lone bei Amstetten und dem Langental weiter an. Das untere Tal des Baches mit der Altstadt, durch das die Geislinger Steige führt und weite Teile des heutigen Talkessels von Geislingen sind vom Erosions-Hangschutt und von bis zu 20 Meter dicken karsttypischen Kalktuffablagerungen geprägt. Die vor- und frühgeschichtliche Besiedlung konzentrierte sich auf diese alten Kalktuffbarren. Auch die Lage der Altstadt ist davon geprägt.

Nachbargemeinden


Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Geislingen an der Steige. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
Gerstetten (Landkreis Heidenheim), Amstetten (Württemberg) und Nellingen (Alb-Donau-Kreis) sowie Deggingen, Bad Überkingen, Kuchen (Gemeinde), Donzdorf und Böhmenkirch (alle Landkreis Göppingen)

Stadtgliederung


Das Stadtgebiet Geislingens besteht aus der Kernstadt, zu der auch die 1912 eingegliederte und inzwischen vollständig mit dem Stadtzentrum verwachsene Gemeinde Altenstadt (historisch betrachtet die Vorgängersiedlung der Stadt) gehört und den im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Aufhausen, Eybach, Stötten, Türkheim, Waldhausen und Weiler ob Helfenstein, die heute als Stadtbezirke bezeichnet werden. Jeder dieser Stadtbezirke ist zugleich eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben einen Ortschaftsrat, dessen Mitglieder von den Wahlberechtigten der Ortschaft bei jeder Kommunalwahl neu gewählt werden. Vorsitzender des Ortschaftsrats ist der Ortsvorsteher. Die Anzahl der Ortschaftsräte beträgt je nach Größe der Ortschaft zwischen sieben und elf.

Zu einigen Stadtteilen gehören weitere teilweise räumlich getrennte Wohnbezirke oder Wohnplätze mit eigenen Namen. Die Wannenhöfe gehören zu Aufhausen, Christofshof, Oßmannsweiler und Untere Roggenmühle zu Eybach, Wittingen zu Türkheim und Battenau, Hofstett am Steig und Lindenhof zu Weiler ob Helfenstein. In der Kernstadt werden neben Altenstadt weitere Wohngebiete mit eigenen Namen unterschieden, deren Bezeichnungen sich im Zuge der Bebauung ergeben haben, deren Grenzen jedoch meist nicht festgelegt sind.

Raumplanung


Geislingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Stuttgart, deren Oberzentrum die Stadt Stuttgart ist. Zum Mittelbereich Geislingen gehören die Städte und Gemeinden im oberen Filstal sowie einige Orte auf der Albhochfläche. Im Einzelnen sind dies Bad Ditzenbach, Bad Überkingen, Böhmenkirch, Deggingen, Drackenstein, Gruibingen, Hohenstadt, Kuchen, Mühlhausen im Täle und Wiesensteig.

Geschichte


Geislingen an der Steige wurde in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1108 erstmals als Giselingen erwähnt. Allerdings wurde damit eine Ansiedlung im Stadtteil Altenstadt bezeichnet, und nicht die heutige Kernstadt. Jedoch war der Talkessel am Rande der Schwäbischen Alb spätestens seit der späten Bronzezeit besiedelt. Aus der Merowingerzeit sind mehrere Gräberfelder und Siedlungsplätze bekannt. Einzelne Funde deuten darauf hin, dass sich dort auch auffallend reich ausgestattete Gräber befanden, die auf herrschaftliche Strukturen verweisen. Dies mag mit der verkehrsgeographischen Situation an einem Albaufstieg zusammenhängen.

Diese Situation war wohl auch ausschlaggebend, dass dort die Grafen von Helfenstein zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine Stadt gründeten, die im engen Rohrachtal den wichtigen Handelsweg vom Rhein zum Mittelmeer kontrollierte. Oberhalb der Stadt lag die Burg Helfenstein. Schon bald wurde die Kernstadt mit zwei Vorstädten erweitert. Die alte Siedlung entwickelte sich parallel und blieb eine selbständige Gemeinde, die erst 1912 mit der Stadt Geislingen vereinigt wurde.

Zwischen 1396 und 1802 gehörte Geislingen zur Freien Reichsstadt Ulm. 1803 fiel die Stadt durch den Reichsdeputationshauptschluss an das Königreich Bayern und wurde 1810 mit Württemberg getauscht. Danach war Geislingen Sitz eines Oberamtes.

Am 29. Juni 1850 wurde mit der Geislinger Steige und der Fortsetzung der Ostbahn bis Ulm das letzte Teilstück der ersten durchgehenden Strecke des württembergischen Eisenbahnnetzes von Heilbronn nach Friedrichshafen dem Verkehr übergeben. Damit setzte die Industrialisierung Geislingens ein.

Bei der Kreisreform 1938 wurde das Oberamt Geislingen aufgelöst. Das Gebiet kam überwiegend zum Landkreis Göppingen. Bei der Kreisreform 1973 veränderte sich diesbezüglich nichts, doch konnte die Stadt im Rahmen der Gebietsreform einige Nachbargemeinden eingliedern und erreichte somit 1975 ihre heutige Ausdehnung.

Im Juli 1944 wurde ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet, von dem 1000 überwiegend jüdische Ungarinnen zur Zwangsarbeit für die Firma Württembergische Metallwaren-Fabrik (WMF) eingesetzt waren. Mindestens zwölf von ihnen überlebten die mörderischen Arbeitsbedingungen nicht. Eine Lagerbaracke ist noch in der Karl-Benz-Straße 13 zu sehen.[1]

1946 überschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 20.000; 1948 wurde Geislingen zur Unmittelbaren Kreisstadt und mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 zur Großen Kreisstadt erklärt.

1948 übernahm die Stadt die Patenschaft über Südmähren und nahm sich damit der Heimatvertriebenen dieser Region an. Seitdem finden in Geislingen-Altenstadt jedes Jahr am ersten Wochenende in den Sommerferien die Bundestreffen der Südmährer statt. 1950 wurde südlich der Stadt, auf der Schildwacht, das weithin sichtbare Ostlandkreuz errichtet. Es erinnert an die Leiden, welche die einst in Böhmen und Mähren lebende deutsche Bevölkerung bei ihrer Vertreibung erlitten hat. 1992 und 2003 wurde es erneuert und mit einer Lichtanlage versehen.

Die beengte Lage der Stadt im Tal bewirkt, dass angestammte Betriebe aufgrund mangelnder Erweiterungsmöglichkeiten abwandern.

Religionen


Die Bevölkerung von Geislingen gehörte ursprünglich zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat circus alpes, Landkapitel Siezzen (Süßen) unterstellt. 1531 wurde durch die Reichsstadt Ulm, zu der die Stadt damals gehörte, die Reformation eingeführt, daher war Geislingen über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Für die kirchlichen Angelegenheiten war der Ulmer Superintendent zuständig. Die Gemeinde in Geislingen feiert ihre Gottesdienste in der ehemaligen Kirche zu Unserer Lieben Frau, die 1424/28 als dreischiffige Pfeilerbasilika erbaut wurde. Diese Kirche war nach dem Übergang der Stadt zu Württemberg zu Anfang des 19. Jahrhunderts Sitz eines Dekanats. In Altenstadt auf dem Lindenhof gab es ebenfalls eine Kirche (St. Michael), die 1582 wegen Baufälligkeit größtenteils abgebrochen werden musste. Teile wurden als Pfarrhaus (seit 1946 Kinderheim) umgebaut. Nach Abbruch der Kirche St. Michael wurde die Martinskirche neue Pfarrkirche. Diese war im 13. Jahrhundert erbaut worden (es gab eine ältere Vorgängerkirche). Die Martinskirche brannte 1634 nieder, wurde 1659/61 wieder aufgebaut, 1904 abgebrochen und danach erneut wieder aufgebaut. Neben diesen beiden Pfarrkirchen wurden im 20. Jahrhundert weitere Kirchen gebaut und neue Gemeinden gegründet. Es entstand die Paulusgemeinde (Kirche von 1956) und die Markusgemeinde (Kirche von 1985). Die vier Gemeinden der Kernstadt bilden zusammen mit der Kirchengemeinde Weiler ob Helfenstein (Margaretenkirche mit gotischem Kern und mehrfachen Veränderungen) die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Geislingen. Auch in den anderen Stadtteilen Aufhausen, Stötten, Türkheim und Waldhausen wurde infolge der frühen Zugehörigkeit zur Reichsstadt Ulm die Reformation eingeführt. Daher gibt es in diesen Stadtteilen jeweils eine evangelische Kirchengemeinde und eine eigene Kirche. Eybach gehörte den Grafen von Degenfeld und war dem Kloster Ellwangen zu Lehen gegeben, daher blieb der Ort zunächst katholisch. 1607 versuchte die Ortsherrschaft die Reformation einzuführen, doch konnte sie sich damit nicht durchsetzen. Dennoch wurde 1608 eine evangelische Pfarrei eingerichtet. Die Gottesdienste fanden in der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt aus dem 15. Jahrhundert statt, die seither simultan genutzt wurde. Erst 1968 baute die evangelische Gemeinde die Christuskirche. Alle evangelischen Kirchengemeinden im Geislinger Stadtgebiet gehören zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Geislingen an der Steige innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. In Geislingen gibt es auch eine Liebenzeller Gemeinschaft.

Katholiken gibt es in Geislingen erst wieder seit dem 19. Jahrhundert. Für sie wurde 1866 eine eigene Pfarrei errichtet und die Kirche St. Sebastian gebaut. Sie gehörte zunächst zum Dekanat Deggingen. 1909 wurde auch in Altenstadt eine katholische Kirche St. Maria gebaut und 1919 zur Pfarrei erhoben. 1961 wurde Geislingen Sitz eines eigenen katholischen Dekanats, als das Dekanat Deggingen geteilt wurde. 1969 wurde die dritte katholische Kirche in Geislingen, St. Johannes Baptist, erbaut und 1975 zur Pfarrei erhoben. Die Gemeinde St. Sebastian betreut auch die Katholiken aus Aufhausen, Türkheim und Weiler ob Helfenstein, die Gemeinde St. Johannes Baptist die Katholiken in Stötten. Die katholische Gemeinde Mariä Himmelfahrt Eybach hat eine lange Tradition (vgl. oben). Die Gemeinde betreut auch die Katholiken in Waldhausen. Alle vier katholischen Gemeinden im Geislinger Stadtgebiet bilden heute die Seelsorgeeinheit 3 des Dekanats Geislingen innerhalb des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Geislingen auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und die Volksmission entschiedener Christen. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Geislingen vertreten.

Eingemeindungen


Folgende Gemeinden wurden nach Geislingen an der Steige eingegliedert:

Einwohnerentwicklung


Vermutlich bereits im 8. Jahrhundert hatte der Geislinger Talkessel eine Einwohnerdichte erreicht, die am Limit der agrarischen Ertragsfähigkeit lag.

Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).


JahrEinwohnerzahlen
17681.541
17861.600
18232.075
18432.257
18552.560
18612.902
1. Dezember 18713.334
1. Dezember 1880 ¹3.902
1. Dezember 1890 ¹5.722
1. Dezember 1900 ¹7.050
1. Dezember 1910 ¹8.674
16. Juni 1925 ¹13.762
16. Juni 1933 ¹14.439

JahrEinwohnerzahlen
17. Mai 1939 ¹17.478
194620.478
13. September 1950 ¹22.699
6. Juni 1961 ¹26.169
27. Mai 1970 ¹27.662
31. Dezember 197528.693
31. Dezember 198027.344
27. Mai 1987 ¹25.980
31. Dezember 199026.993
31. Dezember 199528.429
31. Dezember 200027.947
31. Dezember 200427.807
31. Dezember 200528.737
31. Dezember 200827.219

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Bürgermeister

An der Spitze der Stadt Geislingen stand in ulmischer Zeit der ritterliche Vogt, dem ein Pfleger zur Seite stand. 1636 wurden beide Ämter unter einem Obervogt vereinigt. Nach dem Übergang an Württemberg trug das Stadtoberhaupt seit 1819 die Bezeichnung „Stadtschultheiß“ seit 1930 Bürgermeister und mit der Erhebung zur unmittelbaren Kreisstadt 1948 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Heute wird der Oberbürgermeister von den Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Aus der Mitte des Gemeinderats werden drei allgemeine Stellvertreter des Oberbürgermeisters gewählt.

Stadtoberhäupter seit 1819

Gemeinderat

Kommunalwahl 2014

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung für den Geislinger Gemeinderat:

Parteien/Wählervereinigungen/Wahlvorschläge20142009Sitze2009
CDU35,85 %38,7 %8 Sitze−1
FWV21,39 %21,4 %5 Sitze±0
SPD20,45 %21,0 %5 Sitze±0
GAL14,82 %11,7 %3 Sitze+1
Die Linke.6,69 %7,2 %1 Sitz+1
Junge Wähler0,80 %---
Vollständige Ergebnisse der Kommunalwahl

Wahlbeteiligung: 42,74 % (-2,06)

Kommunalwahl 2009

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung für den Geislinger Gemeinderat:

Parteien/Wählervereinigungen/Wahlvorschläge20092004Sitze2004
CDU38,7 %−4,7 %9 Sitze−1
FWV21,4 %+0,1 %5 Sitze±0
SPD21,0 %−2,5 %5 Sitze±0
GAL11,7 %−0,1 %2 Sitze±0
JG+DL7,2 %+7,2 %1 Sitz+1

Wahlbeteiligung: 44,8 % (−1,3)[2]

Jugendgemeinderat

Seit 1994 gibt es in Geislingen einen Jugendgemeinderat (JGR), der eine dauerhafte kommunalpolitisch und demokratisch legitimierte Vertretung der Geislinger Jugend darstellt. Der Jugendgemeinderat umfasst jeweils drei Vertreter der allgemeinbildenden Schulen, insgesamt 24.

In der Satzung des Jugendgemeinderats steht: „Der Jugendgemeinderat in Geislingen hat das Ziel, Interessen von Jugendlichen der Stadt gegenüber Gemeinderat, Stadtverwaltung und der Öffentlichkeit zu vertreten. Mit dem Jugendgemeinderat sollen Jugendliche in demokratische Strukturen gegen Politikverdrossenheit eingebunden werden. Der Jugendgemeinderat will die Kommunikation zwischen Jugendlichen und Erwachsenen fördern.“

An den Geislinger Schulen finden jedes Jahr Wahlen zum Jugendgemeinderat statt.

Wappen

Das Wappen von Geislingen zeigt einen von Schwarz und Silber geteilten Schild überdeckt mit einer fünfblättrigen, golden besamten, roten Rose mit grünen Kelchblättern. Die Stadtflagge ist schwarz-weiß.

Graf Ulrich von Helfenstein legte im Jahre 1367 in einer Stadtordnung fest, dass das Stadtsiegel sein Vollwappen erhalten solle. Dieses Siegel blieb auch nach dem Verkauf Geislingens im Jahre 1396 an die Reichsstadt Ulm einige Zeit erhalten. 1422 ist erstmals das geteilte Schild der Stadt Ulm in dem Siegel nachweisbar. Ob die Rose schon in dem schlecht erhaltenen Siegelabdruck vorhanden war, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die Stadtfarben Schwarz-Weiß wurden 1557 erstmals in einem Schützenbuch genannt.

Städtepartnerschaften

Geislingen unterhält seit 1990 mit Bischofswerda in Sachsen und seit 1993 mit Montceau-les-Mines in Frankreich eine Städtepartnerschaft.

Patenschaft

  • 1953 wurde die Patenschaft für die aus ihrer angestammten Heimat vertriebenen Südmährer übernommen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Stadt liegt an den Bundesstraßen B10 (Lebach–Augsburg) und B466 (nach Mühlhausen im Täle).

Geislingen liegt an der 1847 eröffneten Filstalbahn von Stuttgart nach Ulm. Neben dem Bahnhof Geislingen, der im Busverkehr als Hauptbahnhof bezeichnet wird, gibt es noch eine Station Geislingen-West. Von 1903 bis 1968 war Geislingen Ausgangspunkt der Tälesbahn, einer Nebenbahn nach Wiesensteig. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten dafür das Bahnhofsgebäude in Geislingen-Altenstadt als Einheitsbahnhof vom Typ IIb. Der Abschnitt bis Geislingen-Altenstadt blieb noch bis 2002 in Betrieb.

Im Stadtgebiet versorgen vor allem zahlreiche Buslinien der Verkehrsgemeinschaft Stauferkreis den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Geislingen verfügt über einen Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB), direkt neben dem Hauptbahnhof.

Medien


In Geislingen an der Steige erscheint als Tageszeitung die „Geislinger Zeitung“. Sie ist eine Lokalausgabe der Südwestpresse Ulm. Georg Maurer übernahm 1856 den Boten vom Filsthale. 1884 wurde der Bote in Geislinger Zeitung umbenannt. 1892 wird sie mit sechs Ausgaben in der Woche zur Tageszeitung. Untrennbar verbunden bleibt die GZ mit der Verleger- und Druckerei-Familie Maurer.

Behörden, Gericht und Einrichtungen


In Geislingen an der Steige befinden sich Außenstellen des Landratsamts und des Finanzamts Göppingen sowie mehrere Bezirksnotariate. Die Stadt verfügt auch über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Ulm und zum OLG-Bezirk Stuttgart gehört.

Der Landkreis Göppingen unterhält dort eines seiner beiden Kreiskrankenhäuser, die Helfenstein-Klinik.

Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Geislingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanats Geislingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Bildung


Geislingen an der Steige hat zwei Gymnasien, das Helfenstein-Gymnasium und das Michelberg-Gymnasium, zwei Realschulen, die Daniel-Straub-Realschule und die Schubart-Realschule, eine Förderschule (Pestalozzischule), drei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Lindenschule, Tegelbergschule und Uhlandschule) sowie drei selbstständige Grundschulen (Albert-Einstein-Schule, Grundschule Aufhausen und Grundschule Eybach).

Geislingen ist ein Standort der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) mit den Bachelor-Studiengängen Automobilwirtschaft, Energie- und Ressourcenmanagement, Gesundheits- und Tourismusmanagement, Immobilienwirtschaft sowie Wirtschaftsrecht. Den Geislinger Studenten ist es gestattet, die Betriebskantine der WMF mitzubenutzen, da Geislingen selbst keine eigene Mensa hat.

Der Landkreis Göppingen ist Schulträger der drei Beruflichen Schulen (Emil-von-Behring-Schule – Hauswirtschaftliche Schule, Gewerbliche Schule und Kaufmännische Schule) sowie der Bodelschwinghschule für Geistigbehinderte.

Ansässige Unternehmen


Die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) ist das bekannteste und größte Unternehmen. Weitere namhafte Unternehmen sind z. B. ULO Fahrzeugleuchten (Odelo GmbH) und Schlötter Galvanotechnik.

In Geislingen bestehen von ehemals sechs noch zwei Brauereien: Die Adlerbrauerei Götz, die bereits seit dem Jahr 1686 besteht und damit auf eine über 300jährige Brautradition zurückblicken kann, und die Kaiserbrauerei W. Kumpf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen


Gedenkstätten


  • Gedenksteine im Stadtpark gegenüber Tor 1 der WMF erinnern seit 1984 an die Opfer unter den KZ-Häftlingen. Auch auf dem Friedhof Heiligenäcker wird der Opfer von NS-Zwangsarbeit gedacht.
  • An der Stadtkirche ist eine Gedenktafel sowie eine Säule angebracht, die an die Opfer der Gemeinde aus dem ersten und zweiten Weltkrieg erinnern sollen.

Bauwerke


Der Alte Bau von 1445 ist eines der größten Fachwerkhäuser Deutschlands. Er beherbergt das Heimatmuseum (mit Schatztruhenmuseum, Modell der Geislinger Steige) und die Städtische Galerie mit Wechselausstellungen regionaler Künstler.

Die Evangelische Stadtkirche wurde von 1424 bis 1428 erbaut.

Neben der Stadtkirche steht das ehemalige St.-Franzikus-Kaplaneigebäude, ein heute verputztes zweigeschossiges Fachwerkhaus mit vier Giebelvorsprüngen. Es befindet sich auf steinernem Untergeschoss mit abgefaster Ecke und wurde 1565 erbaut. 1612 wurde das Gebäude wohl weitgehend neu errichtet und um oder nach 1850 erfolgte ein durchgreifender Umbau des Fachwerkteils mit anschließender Verputzung. Am Gebäude befindet sich ein aufwändiges Erinnerungsrelief des späten 19. Jahrhunderts an Christian Friedrich Daniel Schubart, der von 1763 bis 69 in diesem Schulgebäude unterrichtete. Heute ist dort der zweigruppige Evangelische Oberlin-Kindergarten untergebracht.

Weitere Kirchen in Geislingen sind die evangelische Pauluskirche von 1956, die evangelische Martinskirche Altenstadt von 1904 und die evangelische Markuskirche. Katholische Kirchen sind St. Sebastian von 1866, St. Maria Altenstadt von 1909 mit der Klemens-Maria-Hofbauer-Gedächtnisstätte und St. Johannes Baptist von 1969/70.

Im Altstadtbereich liegen, vor allem in den rückwärtigen Bereichen, mehrere spätmittelalterliche Fachwerkbauten. Entlang der Hauptstraße waren die Bauten mit klassizistischen Fassaden versehen worden. Als Beispiele alamannischer Holzbauweise können heute aber noch gelten: der Alte Zoll (von 1495) als Wohnhaus der Zollbeamten und als Fruchtkasten, gleich gegenüber das alte Rathaus (von 1422, später mehrfach umgebaut), das Bürgerhaus (erbaut 1453 bis 1456) und das Pfarrhaus neben der Stadtkirche.<ref name="Geislingen Stadtrundgang">Zeugen der Geschichte Stadtrundgang auf www.geislingen.de</ref> Interessant sind auch die Keller der Gebäude entlang der Hauptstraße. Viele dieser alten Keller sind miteinander verbunden.

In der Hauptstraße zwischen Altem Rathaus und Altem Zoll befindet sich in der Fußgängerzone der Forellenbrunnen, der von Professor Gernot Rumpf 1981/1982 geschaffen wurde. Er soll als verbindendes Element zwischen alten Gebäuden und der modernen Stadt dienen. Der Elefant soll dabei auf den Grafen von Helfenstein - den Gründer der Stadt - und dessen Wappentier hindeuten und das Thema des Brunnens auf das Forellengedicht von Christian Friedrich Daniel Schubart.<ref name="Geislingen Stadtrundgang" />

Weitere Sehenswürdigkeiten im Außenbereich sind der Ödenturm, eines der Wahrzeichen der Stadt, das weithin sichtbare Ostlandkreuz, die Burgruine Helfenstein und der Waldlehrpfad, der dorthin führt.

Der Funkturm Aufhausen der Polizeidirektion Baden-Württemberg steht im Stadtteil Aufhausen.

In Oberböhringen (Gemeinde Bad Überkingen), westlich von Geislingen, liegt die Sendeanlage für UKW und TV des SWR, die aber den Namen „Geislingen“ trägt. Als Antennenträger kommt ein Stahlbetonturm in Fertigbauweise zum Einsatz.

Naturdenkmäler


Östlich Geislingen liegt auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb die Battenau, eine Karstsenke auf der Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Rhein und Donau.

Sport


Der SC Geislingen (SCG) ist der zweitgrößte Sportverein in Geislingen und hat 16 Abteilungen. Herausragend ist die Fußballabteilung, die einige beachtliche Erfolge unter Anderem im DFB-Pokal vorweisen kann. Sie schlug als aktueller WFV-Pokalsieger am 1. September 1984 in der 1. Runde den Hamburger SV, der im Vorjahr Europapokalsieger der Landesmeister war, mit 2:0, wurde überregional bekannt, und erreichte das Achtelfinale.

Des Weiteren verfügt der Verein über eine erfolgreiche Jugendarbeit und brachte immer wieder spätere Bundesliga- und sogar Nationalspieler hervor, darunter den früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Karl und Ralf Allgöwer, Klaus Perfetto, Rolf Baumann, Andreas Buck, Kai Oswald, Rüdiger Kauf, die alle entweder in einer Jugend- oder Aktivenmannschaft des Sportclubs spielten.

Seit der Saison 2007/2008 spielt die Mannschaft in der Bezirksliga Neckar/Fils.

Fernsicht bis zu den Alpen


Die Geislinger Teilorte Aufhausen und Stötten bieten durch ihre Höhenlagen exponierte Aussichtspunkte. Bei günstigen Wetterlagen (an 5 bis 10 Tagen im Jahr, die beste Zeit ist der Januar) zeigt sich die Alpenkette von Stötten aus auf einer Länge von bis zu 200 Kilometern. Die Sicht reicht bis 220 Kilometer weit, vom Karwendel im Osten bis zu den Dreitausendern der Schweiz im Westen (Tödi 3620 m), im Süden bis zu einzelnen Gipfeln der Silvretta (Fluchthorn 3399 m). Es können mindestens sechs Dreitausender entdeckt werden.

Besonderheiten


Durch das Kartenblatt 1:50000 L7324, Geislingen an der Steige, erlangte der Ort in den Geographischen Instituten deutscher Hochschulen besondere Bekanntheit. Im Fach „Karteninterpretation“ gehört das Blatt mit der eindrucksvollen Malm-Schichtstufe durch die Erläuterungen (z.&nbsp;B. von Hellmuth Schroeder-Lanz 1978) zu den Bekanntesten.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger


Die Stadt Geislingen an der Steige hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

Söhne und Töchter der Stadt


  • 1599 im Stadtbezirk Eybach, Christoph Martin Freiherr von Degenfeld: bedeutender Feldherr
  • 1805, 6. Mai, Michael Knoll, † 29. Juni 1852, Eisenbahningenieur, Oberbaurat, Erbauer der Geislinger Steige
  • 1814, 6. Februar, Johann Adä, † 6. August 1899, Arzt und Reichstagsabgeordneter
  • 1815, 1. Juli, Daniel Straub, Unternehmer und Begründer der heutigen Württembergischen Metallwarenfabrik
  • 1822, 30. Dezember Eduard von Faber, † 18. Januar 1907 in Stuttgart, geboren in Altenstadt, Justizminister im Königreich Württemberg
  • 1870, 2. März, Albert Fauth im Stadtteil Eybach, Lehrer und Dirigent, † 2. Juni 1931 in Pforzheim.
  • 1872, 17. Mai, Peter Goessler, Archäologe und Denkmalpfleger
  • 1876, 4. Oktober, Albert Billian, † 1954 in München), Politiker (SPD), Reichstagsabgeordneter
  • 1891, 18. April, Karl Fezer, † 13. Januar 1960 in Stuttgart), evangelischer Theologe
  • 1897, 5. Januar, Dr. Siegfried Gmelin: † 18. März 1976 in Salzburg; Begründer des Bausparwesens in Österreich
  • 1913, 1. Juli im Stadtteil Altenstadt, Helmut Claß, † 4. November 1998 in Nagold-Pfrondorf, evangelischer Theologe und ehemaliger Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
  • 1944, 3. August, Roland Bock, Ringer
  • 1956, 8. Februar, Bernhard Ilg, Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim (CDU)
  • 1957, 5. Januar, Karl Allgöwer, Fußballspieler
  • 1964, 4. April, Ralf Allgöwer, Fußballspieler
  • 1967, 29. Dezember, Andreas Buck, Fußballspieler

Weitere Persönlichkeiten


  • Christian Friedrich Daniel Schubart lebte von 1763 bis 1769 in Geislingen.
  • Jürgen Klinsmann ist im nahen Gingen an der Fils aufgewachsen und hat als Kind und Jugendlicher beim Sportclub Geislingen das Fußballspielen erlernt. Dort war er von 1974 bis 1978 (im Alter von 10 bis 14 Jahren). Mit seiner Mannschaft wurde er als 14-jähriger Mittelstürmer und Spielführer im Jahre 1978 C-Jugend-Bezirksmeister.
  • Raymund Dapp, liberaler Theologe, Vertreter des theologischen Rationalismus ist in Geislingen geboren (1744) und aufgewachsen.
  • Manfred Bomm geboren 1951 ist Schriftsteller und Journalist. Seine Kriminalromane spielen in der Geislinger Umgebung.

Literatur


  • G. Burkhardt, Geschichte der Stadt Geislingen an der Steige, Konstanz 1963.
  • Erich Keyser: Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart, 1961.
  • Hartmut Gruber u.&nbsp;a.: Von Gizelingen zum Ulmer Tor. Spurensuche im mittelalterlichen Geislingen. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Geislingen, Band 18, Geislingen 1993.
  • Ulrich Haller, Zwangsarbeit und Rüstungsproduktion in Geislingen an der Steige 1939–1945, in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte (ZWLG) 57, 1998, S. 305–368.
  • Albert Kley, Rainer Schreg: Scherben schreiben Geschichte. Vor- und Frühgeschichte von Geislingen und Umgebung. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Geislingen, Band 17, Geislingen 1992.
  • Renate Kümmel: Erfahrungen des Nationalsozialismus in einer Kleinstadt – Verarbeitung oder Verdrängung? Vom Umgang mit der Stadtgeschichte in Geislingen/Steige. (Magister-Arbeit vorgelegt an der Freien Universität Berlin 1994).
  • Annette Schäfer: Das Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler in Geislingen/Steige. In: 1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 3/1990.
  • Rainer Schreg: Die alamannische Besiedlung des Geislinger Talkessels. (Markungen Altenstadt und Geislingen, Stadt Geislingen a.&nbsp;d. Steige, Lkr. Göppingen). In: Fundberichte aus Baden-Württemberg 23, 1999, S. 385–617.
  • Paul Thierer: 750 Jahre Stadt Geislingen an der Steige. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Geislingen, Band 6, Geislingen 1990.

Einzelnachweise


  1. ^Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band I, Bonn 1995, S. 38, ISBN 3-89331-208-0
  2. ^Statistisches Landesamt



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